Letzter Filmfrühling am Campus Rothenburg

Der Dokumentarfilm „Es war richtig, was wir getan haben! – Willi Graf: Sein Weg in den Widerstand“ zeigte am Campus Rothenburg, wie ein junger Mann aus christlicher Überzeugung und moralischem Mut den Widerstand gegen den Nationalsozialismus wählte. Im Mittelpunkt steht die Biografie von Willi Graf, Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose, erzählt durch die Erinnerungen seiner Schwester Anneliese Knoop‑Graf.

Willi Graf: Von der Jugend bis zur Front

Willi Graf wuchs in einem streng katholischen Elternhaus in Saarbrücken auf und engagierte sich in der bündischen Jugend. Diese Prägung formte sein Gewissen und sein kritisches Verhältnis zum NS‑Regime. Als Sanitätssoldat an der Ostfront erlebte er Gräueltaten, die seine Entscheidung zum aktiven Widerstand festigten. Die Schrecken des Krieges machten ihm klar, dass Schweigen keine Option war.

Die Weiße Rose – aus familiärer Perspektive

Anneliese Knoop‑Graf erzählt im Film, wie Willi über sein Medizinstudium in München Kontakt zu Hans und Sophie Scholl fand und schließlich zur Weißen Rose stieß. Ihre Erzählung gibt Einblick in die Herstellung und Verteilung der Flugblätter, in die Hoffnung auf Unterstützer und in die Gefahr, die mit jedem Schritt verbunden war.

Besonders bewegend ist die Beschreibung der intensiven Briefkorrespondenz zwischen den Geschwistern. Die Briefe zeigen Vertrauen, Zweifel, moralische Konflikte und die Kraft der Familie, trotz Gefahr zusammenzuhalten.

Verhaftung, Inhaftierung, Verlust

Anneliese berichtet offen von der Verhaftung der Geschwister, der Inhaftierung ihrer Eltern durch die Gestapo und den schweren Monaten der Ungewissheit. Der Film zeigt, wie diese Erfahrungen die Familie prägten und wie Anneliese nach Willi Grafs Hinrichtung 1943 das Vermächtnis der Weißen Rose weitertrug. Ihre Erinnerungen machen deutlich, dass Widerstand nicht nur politisch, sondern zutiefst persönlich ist.

Warum dieser Film heute wichtig ist

Der Dokumentarfilm verbindet historische Fakten mit persönlicher Erinnerung und macht Widerstand greifbar. Durch Annelieses Erzählweise wird Willi Graf als Bruder, Sohn und Freund sichtbar. Das stärkt das Verständnis für die menschlichen Dimensionen von Zivilcourage und erinnert daran, dass Geschichte konkrete Gesichter hat.

Erinnerungskultur lebt vom Erzählen

Der Filmfrühling am Campus Rothenburg hat gezeigt: Erinnerung wird lebendig, wenn Menschen ihre Geschichten teilen. Wir danken der Dokumentarfilmgruppe Rothenburg und Anneliese Knoop‑Graf für diesen eindrücklichen Abend und laden alle ein, sich weiter mit der Geschichte der Weißen Rose auseinanderzusetzen.

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