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Leerstandmanagement in der Praxis: Pop-up-Showroom als Masterarbeitsprojekt

Masterstudiengang Digital Marketing Masterarbeit
Masterstudiengang Digital Marketing Masterarbeit

Leerstand mal anders: Pop-Up trifft Start-Ups

Klara Popp, 25, Master Digital Marketing, Campus Rothenburg

Rothenburg ob der Tauber kennt man für seine Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflaster und Touristen aus aller Welt. Aber wer hier wohnt, merkt schnell: Hinter den märchenhaften Fassaden stehen viele Läden leer. Genau da habe ich mit meiner Masterarbeit angesetzt und den Leerstand einmal anders betrachtet: nicht als Problem, sondern als Chance für Neues.

Von der Idee zur Innenstadt: Wie aus Forschung Praxis wurde

Nach meinem Bachelor in Multimedia und Kommunikation in Ansbach wollte ich das geballte Praxiswissen mitnehmen und in meiner Digital Marketing Masterarbeit in Rothenburg etwas schaffen, das Theorie und Praxis verbindet. Entstanden ist daraus das Konzept eines Pop-up-Showrooms für Start-ups und junge Marken – ein Ort, an dem Gründer*innen ihre Ideen sichtbar machen und gleichzeitig leerstehende Ladenflächen kreativ genutzt werden. Das Konzept durfte ich zusammen mit der Stadt Rothenburg und dem Stadtmarketing Rothenburg e.V. in die Tat umsetzen und acht jungen Unternehmen die Chance geben, ihre Produkte und Dienstleistungen in der Innenstadt anzubieten. In der Rödergasse 2-4 kann man bis Ende 2025 einzigartige, lokale Produkte und Dienstleistungen bestaunen und kaufen.

In meiner Forschung habe ich mit Start-ups, Mitinitiator*innen und Passant*innen gesprochen. Besonders überrascht haben mich die einhelligen Wünsche der Befragten: mehr authentische, lokale Produkte statt Souvenirs und touristische Attraktionen, mehr Austausch, mehr digitale Sichtbarkeit. Was viele nicht wissen: Ein Pop-up ist weit mehr als ein temporärer Laden; es kann ein sozialer Treffpunkt, ein Labor für Innovation und ein Stück Stadtentwicklung sein.

Pop-up als Chance: Wenn Leerstand Begegnung schafft

Was mich am meisten überrascht hat? Wie viel Potenzial in kleinen Städten steckt, wenn man Menschen, Ideen und Räume zusammenbringt. Der Showroom ist kein reines Marketingprojekt, sondern ein Beispiel dafür, wie sich Digitalität, Kreativität und Regionalität gegenseitig stärken können.

Mit dieser Arbeit endet meine Studienzeit – und vielleicht beginnt ein neues Kapitel, das zeigt: Zukunft passiert nicht nur in Großstädten. Manchmal wartet sie auch in kleinen Städten hinter der Tür eines wunderschönen Fachwerkhauses. Man muss nur mutig genug sein, die Tür aufzustoßen und hindurchzugehen.

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