Mehr Plattformen, steigender Content-Druck und Künstliche Intelligenz als neuer Sparringspartner: Social-Media-Manager*innen stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen. Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung von Forschenden des Campus Rothenburg der Hochschule Ansbach untersucht, wie sich das Berufsbild verändert und welche Faktoren für ein zukunftsfähiges Social-Media-Management entscheidend sind.
Wie verändert Künstliche Intelligenz die tägliche Arbeit von Social-Media-Verantwortlichen? Welche Auswirkungen hat die zunehmende Anzahl an Plattformen? Und wie können Organisationen Social Media künftig effizienter und strategischer gestalten?
Mit diesen Fragen beschäftigen sich Prof. Dr. Carolin Durst, Prof. Dr. Alexander Piazza sowie die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Anna Kaindl und Carina Wiedenhöft vom Campus Rothenburg der Hochschule Ansbach in ihrer aktuellen Veröffentlichung „Social Media unter Komplexitätsdruck: Eine empirische Studie zu Plattformvielfalt, KI-Nutzung und strategischen Herausforderungen im Social-Media-Management“.
Der wissenschaftliche Artikel ist in der Fachzeitschrift HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik erschienen und kann hier nachgelesen werden:
Grundlage der Untersuchung ist eine empirische Online-Befragung von Social-Media-Verantwortlichen, die zwischen April und Juni 2025 in Kooperation mit SocialHub durchgeführt wurde. Insgesamt flossen die Antworten von 268 Teilnehmer*innen in die Auswertung ein.
Social-Media-Management zwischen Content-Druck und Strategie
Die Ergebnisse der Studie zeigen: Social-Media-Manager*innen bewegen sich zunehmend zwischen operativem Tagesgeschäft und strategischen Anforderungen. Die steigende Zahl an Plattformen erhöht dabei die Komplexität deutlich. Im Durchschnitt betreuen Social-Media-Verantwortliche 4,5 Plattformen parallel – mit jeweils eigenen Anforderungen an Inhalte, Zielgruppen und Kommunikationsformen.
Gleichzeitig bleibt die Erstellung von Content eine zentrale Aufgabe: 89 Prozent der Befragten nennen Content-Erstellung als eine der wichtigsten Tätigkeiten im Social-Media-Management. Parallel wächst jedoch die Bedeutung strategischer Aufgaben – etwa die Auswahl relevanter Plattformen, die Definition von Zielen und die Bewertung der Wirkung von Social-Media-Aktivitäten.
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitsweise
Ein weiterer Schwerpunkt der Veröffentlichung liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Bereits heute nutzen viele Social-Media-Verantwortliche KI im Arbeitsalltag – insbesondere für Recherche, Ideenentwicklung und Texterstellung.
Die Forschenden zeigen jedoch auf, dass das Potenzial von KI noch deutlich weiter reicht. Künftig kann die Technologie stärker in Analyseprozesse, strategische Entscheidungen und die langfristige Planung von Kommunikationsmaßnahmen integriert werden.
Vier Handlungsfelder für die Zukunft
Aus den Ergebnissen der Studie leiten die Autor*innen vier zentrale Handlungsfelder ab:
1. Prozesse und Ressourcen optimieren
Klare Rollen, strukturierte Workflows und Automatisierung können dazu beitragen, operative Aufgaben effizienter zu gestalten und Freiräume für strategische Arbeit zu schaffen.
2. KI strategisch einsetzen
Künstliche Intelligenz sollte nicht nur als Unterstützung bei einzelnen Arbeitsschritten betrachtet werden, sondern auch in Content-Produktion, Analyse und Entscheidungsprozesse einfließen.
3. Social Media gezielt steuern
Nicht jeder Kanal muss automatisch bespielt werden. Entscheidend ist, relevante Plattformen auszuwählen, klare Ziele zu definieren und Social-Media-Aktivitäten mit übergeordneten Kommunikationszielen zu verbinden.
4. Wirkung messbar machen
Neben Reichweite und Engagement gewinnen weitere Kennzahlen an Bedeutung, die den strategischen und wirtschaftlichen Beitrag von Social Media sichtbar machen.
Forschung mit Praxisbezug am Campus Rothenburg
Die Veröffentlichung zeigt, wie aktuelle Forschung am Campus Rothenburg der Hochschule Ansbach konkrete Fragestellungen aus der digitalen Arbeitswelt aufgreift. Die Ergebnisse liefern Unternehmen und Organisationen wichtige Impulse, um Social Media nicht nur operativ zu betreiben, sondern langfristig strategisch weiterzuentwickeln.
Die Zukunft des Social-Media-Managements liegt demnach nicht darin, immer mehr Kanäle mit immer mehr Inhalten zu bespielen. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus Strategie, Technologie und effizienter Ressourcennutzung.



